|

Fragt man einen Lehrer danach, was die Arbeitsmedizin für ihn tun kann, kommt relativ spontan die Antwort "Entlastung vom Stress", "Vermeidung von Burnout". Und tatsächlich arbeiten weniger als 10 % der Lehrer bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze.
Um hier wirkungsvoll entgegenzuwirken erscheint Folgendes notwendig:
- Frühzeitiges Erkennen von Belastungsfaktoren - Wird der Zeitdruck und die ständige konzentrierte Präsens als Belastung erkannt, ist es meistens schon zu spät. Zulange wurden meist eigene Bedürfnisse und Zweifel am Selbstwert und Sinn zurückgestellt. Zu spät werden dann stressmindernde Maßnahmen eingeleitet.
- Lärm im Klassenzimmer thematisieren und senken - Der Lärmpegel, dem Lehrer ausgesetzt sind, erreicht nur allzu oft arbeitsmedizinisch bedenkliche Grenzen. Die häufig schlechte Raumakustik als eine der Ursachen wird nur unzureichend thematisiert und trägt wesentlich dazu bei, dass Beeinträchtigungen beim Hörverstehen und bei der Sprachverständlichkeit auftreten.
- Leistungs- und Belastungsfähigkeit der Stimme trainieren - Die Stimme ist eines der wichtigsten Werkzeuge des Lehrers. Trotzdem wird sie in der Regel nicht professionell geschult.
- Unterstützungs- und Motivationsstrukturen im Kollegium stärken - Einen Großteil seiner Zeit agiert ein Lehrer als "Einzelkämpfer". Umso wichtiger ist es, dass er in ein innerschulisches Beziehungsgeflecht eingebunden ist, dass ihn vor Belastung und Stress schützt.
- Stressmindernde persönliche Arbeitstechniken entwickeln - Hierbei geht es darum, stressauslösende Situationen zu erkennen, stressverstärkende Gedanken zu identifizieren und ganz auf die individuellen Gegebenenheiten abgestimmte, persönliche Arbeitstechniken zu entwickeln. Auch die Einübung bewährter Entspannungstechniken gehört zum professionellen Umgang mit Stress.
- Mit Konfliktsituationen souveräner umgehen - Schwierige Gespräche mit Eltern und Kindern gehören zum pädagogischen Alltag. Erst in jüngerer Zeit wird diesem Umstand zunehmend Rechnung getragen. Veränderungen einzufordern, Ziele zu vereinbaren, Verbindlichkeit herstellen und die Zielerreichung zu coachen und zu kontrollieren, gehört neben der Wahrung von emotionaler Distanz zum Grundwerkzeug pädagogischer Arbeit.
- Ansteckungsrisiken senken - Lehrer sind einem überdurchschnittlichem Infektionsrisiko ausgesetzt.. Von den jährlichen Grippewellen bleiben sie kaum verschont. Die Möglichkeiten, Abwehrkräfte zu stärken und Schutzimpfungen zu nutzen, sollten wahrgenommen werden.
>> Weblinks zu öffentlich-rechtlichen Körperschaften mit Gratis-Materialien und -Infos
>> Weblinks zu Initiativen, Interessengruppen und Unternehmen mit Gratis-Materialien und -Infos
>> Wikipedia-Beiträge zum Thema
|
|
|
|
|
|